
Toffee wie sie leibt und lebt.... Immer unbesorgt und sehr neugierig, keine Angst vor nichts - einfach ein Traum!
|
|
Es sei mir hier erlaubt über Toffee, wie sie kurz genannt wird, ein paar Zeilen zu schreiben. Stellen sie sich einmal vor, lieber Leser, ein junges Pferd, komplett unerfahren, wird von "wirklichen Könnern" zuerst einmal mit Sedalin vollgepumpt um dann auf seine erste Hängerfahrt über ca. 800 Km einfach so, also völlig ohne besondere Umsicht, in den Hänger eingeladen und gefahren. Sie ahnen es ?
Ja, ja. Die Katastrophe naht.
Also, "urplötzlich", schaut aus der vorderen Türe des Hängers ein Pferdebein - Natürlich bei 100 auf der Autobahn im Baustellenbereich, ohne vorhergehende Anzeichen wie Lärm oder Ruckeln.
Um es kurz zu machen: Polizei, Tierarzt, Verkäufer ziehen das jetzt betäubte Pferd vom Hänger!!!!!!!
Liebe Leser können sie sich die Belastung für dieses Pferd vorstellen???
Ja genau, Bingo, ich schreibe gerade von unserer Cream Toffee!
Szenenwechsel Sechs bis Acht wochen später rollt wieder ein Hänger Richtung Borken. Wir (Christine und Ich, SockE) wollen Toffee holen. Uns ist ob der Vorgeschichte etwas flau. Aber, was soll's! Angekommen bei Vierhaus, Hängerklappe auf, Toffee geholt und .....rein in den Hänger!!!!
Dann ging's los. Christine fuhr, Toffee und ich im Hänger. Ganz wohl war mir beileibe nicht. Zuerst noch etwas Nervös, Stunde um Stunde ruhiger. (Ich und Toffee!!!)
Nach ca. 3 Std. (ja, ja da vergehen Minuten wie Ewigkeiten), fing sie plötzlich an am vor ihrer Nase befestigten Heunetz zu naschen. Aufatmen bei mir. Kurzer Anruf im Auto bei Christine: "Der nächste Parkplatz ist unser!". Jetzt war ich mir sicher: Toffee packts - übrigens alleine im Hänger!
Die restlichen 5 Stunden waren dann nur noch ein Klacks!
Warum ich das alles so ausführlich erzähle ? Ich ziehe 2 Lehren daraus:
1. Ein gutes nervenstarkes Pferd, bleibt immer ein gutes nervenstarkes Pferd!!!
2. Hochmuth kommt vor dem Fall ! oder Pferetransport ist wirklich nur etwas für Profis!!!!
Zwischendurch ist aus Toffee eine sehr selbstbewußte Rötelbergerin geworden. Ich bin mir inzwischen sicher,das Fedora hier Ihre Nachfolgerin hat. Aber genug jetzt von mir. Lassen wir lieber ihre Besitzerin berichten, denn über Toffee und ihre Geschichte läßt sich trefflich schreiben.
SockE im September 2008
|

Bei 240 Km/h legt Toffee meistens die Ohren an....:-)
|
|
Toffee – das „Kind“
Unsere Geschichte beginnt schon lange vor dem Transport. Um genau zu sein, bereits im Herbst 2006. Da hat mich auf einer Internetseite zum ersten mal ein wahnsinnig liebes, neugieriges Fohlengesichtchen angeschaut. Und wenn ich ehrlich bin, hat da das Herz schon entschieden, dass die Toffee meine Partnerin werden soll. Aber da ist ja dummerweise auch noch der Verstand, der gesagt hat, dass ein einjähriges Pferd nix für mich ist. Ein dreivierteltes Jahr habe ich daraufhin immer wieder überlegt, was ich denn machen soll, und als Christine und Dietmar dann wegen eines anderen Pferdes bei der Familie Vierhaus waren, habe ich die Gelegenheit doch genutzt. Und ja, ich bin die Verrückte, die sich ihr Pferd wegen des netten Gesichts im Internet aussucht und es dann auch noch per Telefon kauft... und es noch keine Minute bereut hat! In Ausnahmefällen ist das Bauchgefühl eben mehr wert als jeder Berater... (Bitte nicht nachahmen! J ) So also kam es, dass die Toffee im August 2007 mit ihren gerade 2 Jahren bei uns einzog. Ich erinnere mich noch genau an den ersten Gang von der Koppel in den Hof. Er war, naja, nicht gerade musterhaft. Da habe ich mich gefragt, ob ich mich nicht doch vielleicht überschätzt habe, dass ich sie nicht erziehen kann, dass ich ihr vielleicht nicht verständlich machen kann, was ich von ihr will. Aber: das war der einzige Moment, in dem ich gezweifelt habe. Kooperation ist kein Ausdruck für das, was mir die Toffee entgegengebracht hat. Seitdem haben wir zwei viel voneinander gelernt, und ich bin mir sicher, dass ich kein besseres Lehrpferd hätte finden können (man bedenke, dass ich nicht die kleinste Ahnung im Umgang mit Jungpferden hatte!). Mein Herz hat sie schon lange ganz erobert, und ich traue mich zu behaupten, dass sie mich auch ganz gut leiden kann. Nieh hätte ich gedacht, dass man auch ohne zu reiten so viel Spaß mit einem Pferd haben kann. Ihre neugierige, menschenbezogene Art hat vieles einfacher gemacht, und trotzdem sagt sie auch mal ganz klar nein, wenn ihr was nicht passt. Aber nachtragend ist sie sowieso nicht, und wenn man viel miteinander unternimmt, lässt sich das eine oder andere Problemchen eben nicht vermeiden (an dieser Stelle eine Gedenkminute an die vielen vielen Elektrozäune, die wir schon dem Erdboden gleich gemacht haben). Sie ist und bleibt ein Kindskopf, der für jeden Unsinn zu haben ist und noch mehr Unsinn selbst fabriziert. Wir sind die ersten Mitglieder im Fanclub für Plastiktüten, wir sind der Meinung, volle Schubkarren mit Mist umwerfen sollte ein Breitensport werden und wir kämpfen für die Gleichberechtigung von Pferd und Maschine (Warum bei einem näher kommenden Traktor zur Seite gehen? Der hat doch auch eine Bremse!).Sonstige Ansichten einer kleinen Spinnerin: Radfahrer sind lustig, kleine Kinder sind toll, Mülltonnen interessant (vor allem innen), Hummeln sind seltsame Tiere, Bardigianos sind zum ärgern da und Langeweile ist was ganz furchtbares. Jetzt hat die „Einschulung“ begonnen und die ersten Schritte auf dem Weg zum Anreiten sind getan. Auch hier beweist sich wieder einmal, was ich schon längst weiß: die Toffee ist einfach ein Traumpferd!
Marina Oktober 2008
|