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Der Morgen begrüßt uns mit herrlichem Sonnenschein. Da wir in diesem schönen Ambiente hervorragend geschlafen haben, stehen wir voller Tatendrang auf. Heute verlassen wir wieder die Berge. Gott sei’s gedankt, realisieren wir diese Tatsache noch nicht. Wieder frühstücken wir mit unseren Gastgebern. Auch diesmal haben wir wieder ein Stück Frankreich in unser Herz geschlossen! Richard und sein nepalesischer Sprachgast beschließen uns noch ein paar Kilometer zu begleiten. Also zurück auf’s Zimmer, gepackt und zu den Pferden. Pferde putzen, satteln, aufrödeln! 'The same procedure as everyday!' Auch Richard und sein Begleiter satteln ihre Mulis. Richard reitet 'Ergun' ein Monstermuli mit ca 1,76 Stock!! Der Nepalese sattelt 'Albertine' ein Minimuli mit ca. 1,10 Stock!! Don Quichotte und Sancho Pansa und bei all dem live dabei! Eigentlich geht das nicht in meinen Kopf: "Träume ich das alles, oder gibt’s das wirklich? Sind Richard, Jaqui, Michelle, Jean Luis, Mario, Christine und die vielen anderen real?"
Richards Stimme reißt mich aus meinen Träumen. Also los geht’s. Wir verlassen Pfeifferberg. Der Weg führt uns zuerst durch Metzeral. Eine kleine französische Stadt. Richard, der am Abend zuvor schon sehr grosses Interesse für unsere GPS-Geräte zeigte, testet Christine: An jeder Kreuzung lässt er zuerst Christine die Richtung sagen, bevor er dann zustimmend nickt! (Gott sei’s gedankt, funktioniert unser Garmin 12 XL perfekt wie immer) So steigen wir im 4 er Pulk wieder schöne Wege bergan. Wir reiten auf einem Gebirgszug parallel zu einem Tal. In Tal sehen wir die Ortschaft Munster, bekannt durch den nach ihr benannten Käse. Auf den Berggipfeln gegenüber sehen wir Schneefelder. Richard der in den 70ern Gras-Skiweltmeister war, erzählt, dass er und seine Frau dort früher in den Schneefeldern im August (!?!) trainiert hätten. Langsam nähern wir uns dem Punkt an dem uns Richard und sein Freund verlassen werden. Nach einem herzlichen Abschied fragt uns Richard dann, ob es diese GPS-Geräte in Frankreich auch gäbe und was sie kosten würden!!! Überzeugt – wir lachen. Von nun an geht es wieder alleine weiter. Richard hatte uns noch darauf aufmerksam gemacht, dass hier in den Bergen Viehwirtschaft betrieben wird und somit eventuell eingezäunte Weiden zu durchqueren sind. Plötzlich war es dann soweit. Wir standen vor einem Drehkreuz, wie wir es von U-Bahn Stationen her kennen. Was tun sprach Zeus! Also stieg ich ab, und kam ganz schnell dahinter, dass man das ganze Ding ausheben konnte, dann mit den Pferden durch und wieder hineingehoben! Darauf muß man kommen! (Anm. von Petra: Man merkt du musstest noch nie mit dem Kinderwagen in den Netto oder die Norma [Hohohoho, rofl, das saß... / der Hausmeister]) Also weiter im Plan... plötzlich jedoch sahen wir eine Herde Kühe auf uns zukommen! Was sollte uns noch alles passieren? Unsere Pferde sind an alles, aber nicht an Kühe gewohnt – und die Kühe sahen zum ersten Mal in ihrem Leben Pferde! Schlussendlich akzeptierten Nikolas und Eckos die Tatsache, mit den Kühen auf einer Weide zu sein. So durchritten wir die Weide. (Natürlich auf einem Weg!!) Wie zur Belohnung schloß sich an die Weide das Gasthaus Rotenbrunnen an. Hier packten wir die Gelegenheit beim Schopf: Pferde angebunden, Essen und Wein gekauft und im Sonnenschein der Berge alle Viere gerade sein lassen... In Rotenbrunnen lernten wir noch einen sehr netten Franzosen aus dem Departement Lothringen kennen, der uns dann fotografierte. Auch er bemühte sich deutsch zu sprechen. Danach folgte wieder der Aufbruch. Der letzte Punkt in den Bergen war dann Strohberg. Ab hier ging’s nur noch bergab. Man stelle sich vor, stundenlang bergab. Am Ende hatten wir wieder 1000 Höhenmeter hinter uns gebracht. Das Rheintal erreichten wir dann in Orschwir. Eine nette kleine Weinstadt. Nun ging’s wieder in der Ebene nach Rouffach, unserer Ausgangsstation. Eigentlich war es bedrückend wieder in der Hektik der „Zivilisation“ gelandet zu sein. Doch der Empfang bei Bernard und Marie-Claire war mehr als eine Entschädigung: Des Abends wurde dann mit vielen, vielen Freunden gegrillt. Es wurde wieder ein langer Abend...... Im Laufe des Abends wurden wir dann noch zur Einweihung einer benachbarten Hengst-Station für unserem Abreisetag eingeladen. Für uns eine große Ehre.
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