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Wir haben uns das Ziel gesetzt, den Umgang mit dem Pferd auf natürliche und artgerechte Weise zu pflegen. Die von uns gemachten Erfahrungen und unser Wissen vermitteln wir auch unseren Schülern.
Ein Pferd ist keine Maschine, die man nach Bedarf ein- und ausschalten kann.
Zum Reiten gehört selbstverständlich auch das Vor- und Nachbereiten, wie Satteln, Absatteln, Tränken, Füttern, Hufkontrolle, etc. etc.
Wir wollen ein Gesamterlebnis rund um's Pferd und mit dem Pferd vermitteln. Standesdünkel und Effekthascherei sind bei uns weniger gern gesehen. Wir sind eine große Familie und jeder Reiter oder Schüler ist ein Teil davon!
Abbildung: Vogesenrundritt 2003 - Blick aufs Rheintal -
Reiten, Reiten und Reiten ist nun einmal nicht das gleiche.
Oft werden wir gefragt, ob wir nun "englisch" oder "western" reiten, ob wir gar "Freizeitreiter" seien.
Wir pflegen die Kultur des Wanderreitens, im Sinne der Gebrauchsreiterei.
Was heißt das?
Nun, zuerst einmal verbinden wir den Mittelpunkt "Pferd" mit dem Menschen und der Natur. Also keine miefige Halle, keine Boxen Modell "Stadelheim" usw.
Wanderreiten schließt jedoch nichts aus. Eine grundsolide Ausbildung von Pferd und Reiter kann nur von Vorteil sein. In diesem Sinne übernehmen wir gerne Elemente z.B. aus der klassischen Reitweise, der deutschen Reitweise als auch des Westernreitens.
Auch die Leitlinien "Tierschutz im Pferdesport", erarbeitet unter der Leitung von Professor Dr. K. Zeeb, sind ein wichtiger Pfeiler unserer Philosophie.
In naher Zukunft wollen wir eine eigene Ausbildung zum Geländereiter RBR bzw. Wanderreiter RBR anbieten.
Warum dieser Aufwand?
Weil sich in unserer doch schon einige Jahre dauernden Erfahrung gezeigt hat, dass alles, was bisher in Richtung Ausbildung getan wurde entweder zu einseitig, zu starr, zu lasch oder ganz einfach zu unbrauchbar zum Wanderreiten war.
Nach dem Motto "je eingebildeter die Ausbildung, desto ausgebildeter die Einbildung" haben wir viele Reiter/innen erlebt, die nur durch kontinuierliches sich selbst Belügen die Maske des erfahrenen Reiters aufrechterhalten konnten.
Kostprobe gefällig?
Verkaufe Araber Partbred, sehr lieb und schmusig, umständehalber nur in gute Hände. ‹Hoppiboppi› ist geeignet als Distanzpferd und wird von 12-jährigen Mädchen geritten. Kein Anfängerpferd, mag keine Männer!
Schon mal gelesen? Und jetzt die "Übersetzung":
Verkaufe Pferd, Kind der Liebe; wenn es Leckerli in 10 Kg-Eimern bekommt, kann man es streicheln. Weil ich Schmied, Bauern und Futterhändler nicht mehr bezahlen kann, muss er weg. Zum Metzger reicht mein Mut nicht, und deshalb suche ich noch einen größeren Idioten als ich es schon bin. Hoppiboppi kann nur eines: Rennen, und das in allen Gangarten. Betreut wird er von einem 12jährigen Mädchen das an mindestens einem Reiturlaub auf Haflingern in Österreich teilgenommen hat. Achtung das Pferd ist gefährlich und ich bin eine Emanze!
Genau das, wollen wir in unserem Kreis verhindern.
Unglückliche Pferde und Reiter gibt es schon genug. Nur wer weiß was er macht, kann irgendwann über seinen Horizont hinausschauen. Selbst belügen, stur irgendetwas nachmachen oder selbst nur Phrasen verbreiten hilft niemanden und schadet nur unseren Pferden.
Grundsolides Wissen, beruhend auf bewiesenen Erfahrungen, ist das Fundament der Rötelbergranch.
Kostprobe gefällig?
- 10-tägiger Vogesenrundritt
- 15-tägiger Ritt zur Eurocheval 2004
- Wanderritte
- Zum Vertiefen, Tips & Tricks
- Leasingpferde
Es geht also nicht nur um die Technik des Reitens, nein auch Wissen über Beschlag, Sattel, Navigation usw. führt zum RBR Gelände-/Wanderreiter und letztendlich zum Wanderreiten.
Noch eine kleine Begebenheit, die unsere Philosophie unterstützt. Wir waren am "1. europäischen Wanderreitsymposium" in Prüm/Eifel. Ausgeschrieben von den großen Verbänden unter anderem FN und VfD.
Nun, wenn es nach dem Willen dieser Funktionäre und Bürokraten geht - dann gute Nacht. Es gipfelte darin, dass in einem Vortrag eines Anbieters internationaler Reiterreisen folgendes Statement kam:
...falls sich die Situation für die Wander- und Freizeitreiter hier verschlechtern sollte (Steuern, Reitrecht etc.) und viele daher ihr Pferd aufgeben müssten, sei das (für Ihn als Unternehmer) wohl ein Glücksfall. Sein Geschäft werde mit diesen (pferdelosen) Leuten, wohl weiter boomen.
Symptomatisch war dann der Schluss dieser zweifelhaften Veranstaltung: das Resümee bestand aus der Erkenntnis: wenn das Niveau der Wanderreitstationen besser wäre, würden mehr Wanderreiter diese nützen.
Fakt ist, das zu viele Reiter, zu wenig Wissen haben, um das Risiko und den Aufwand eines Wanderrittes zu tragen.
Und eben das ist unsere Motivation auf der Rötelbergranch: Wanderreiten bis zum abwinken!!!!
In diesem Sinne Christine und Dietmar
Abbildung: Sozialverband in Offenstallhaltung -
Ergänzung vom 23.09.2008
Liebe Leser,
da unsere Homepage und unser Gedankengang zum Wanderreiten logischerweise nie beendet sein werden, ergänze ich hiermit unsere Philosophie.
Der nachfolgende Absatz entstammt einer Doktorarbeit eines Fachtierarztes für Pferde, die den Rücken des Pferdes ,insbesondere das Kissing Spine Syndrom (KSS) als Thema hat. Was mich hier sehr tief beeindruckte, ist die Tatsache, dass eigentlich alle, am Pferd Beteiligten mehr um die anatomische Problematik wissen, als die Reiter und Besitzer der Pferde.
Epilog
Beschließen möchte ich die Arbeit mit zwei Sätzen aus einer alten Reitlehre, die mir deshalb wichtig erscheinen, weil es oft schwierig ist, Pferdebesitzer davon zu überzeugen, daß eine Rückenerkrankung meistens die Folge schlechten Reitens und keine Erkrankung per se ist:
"Aber die Natur, die die Organe unseres Körpers zu unserem Glück so weise eingerichtet hat, hat uns auch den Stolz mitgegeben, um uns das schmerzliche Bewußtsein unserer Unvollkommenheit zu ersparen. Darum wird sich die Schar der Unbelehrbaren nie wesentlich verkleinern. Es dürfen sich zu Ihnen ganz allgemein auch die Reiter aller Altersklassen rechnen, die glauben, sie könnten etwas, was sie tatsächlich nicht können, die glauben, sie wüßten etwas, was sie in Wahrheit nicht wissen, und deshalb von einer Lehre in die andere, von einem Reitlehrer zum anderen überwechseln, ohne jemals auf den Gedanken zu kommen, ihr eigenes Können mit der gleichen Hingebung so kritisch unter die Lupe zu nehmen, wie die Schwäche der Kameraden."
"Aber auch die Reiter, die vom Willen, reiten zu lernen, besessen sind, vergessen gar zu leicht, daß Reiten eine glückhafte Beschäftigung ist und keine Sucht, die Kreatur zu bändigen, sondern ein Spiel mit dem Partner Pferd mit dem Endziel, das aus beiden Geschöpfen eines wird."
Wir Tierärzte neigen dazu, Medikamente und Operationen für eine Erkrankung zu suchen, mit denen sie sich beherrschen läßt. Für weite Teile der Rückenprobleme des Pferdes ist dies auch möglich. Man denke nur an den Bereich der Weichteilverletzungen.
Doch gerade beim facettenreichen Krankheitsbild des KSS, das den unterschiedlichsten biomechanischen Einflüssen unterliegt, sollte das Augenmerk stärker auf die Prophylaxe und hier nicht nur auf gute Paßform der Sättel oder des Zaumzeugs, sondern auch auf das richtige Reiten gerichtet werden."
Abbildung: Dieser Rücken ist geschädigt! - Ohne Zweifel, so etwas entsteht nicht durch den heiligen Geist